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Ein Rügen-Urlaub mit Mord

Autorenbild: Tobi Jawtusch
Tobi Jawtusch
vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 27 Minuten

Hallo zusammen,

heute ist Insel-Krimi-Zeit: Mit „Rügener Bernsteinblut“ erscheint Folge 45 (nach wie vor auch auf CD). Die ursprüngliche Idee dazu hatte ich tatsächlich bei einem Urlaub auf Rügen. In unserem Urlaubsort war Bernstein nämlich einfach sehr präsent.

Es gibt Geschichten, bei denen ich schon beim Schreiben ziemlich sicher bin, dass sie euch gefallen. Und es gibt Geschichten, bei denen ich mir da nicht so sicher bin, die ich selbst aber sehr mag. Ein bisschen nach dem Motto „One for them, one for me“. Übrigens bin ich manchmal ganz überrascht, wenn gerade so eine „One for me“-Geschichte dann doch gut ankommt.

„Rügener Bernsteinblut“ ist eindeutig eine „One for me“. Die Folge verbindet zwei Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammenpassen, deren Mischung ich aber reizvoll finde.

Da ist zum einen die Screwball-Comedy: Ein Pärchen macht Urlaub auf Rügen und wirft sich, in aller Liebe, Pointen und die Schwächen des jeweils anderen an den Kopf. Die beiden zu schreiben, hat mir riesigen Spaß gemacht. Sie haben SEHR viele Vorbilder und gehen, glaube ich, realistischer miteinander um, als man zunächst denkt. Jeder kennt doch so ein Paar (oder ist selbst in einer ähnlichen Beziehungsdynamik), das sich liebt und gleichzeitig ziemlich genervt voneinander ist. Und ja, die beiden sind auch mal anstrengend, aber das gehört für mich zu einer Screwball-Comedy einfach dazu. Da dürfen Figuren emotionaler und überdrehter sein und Ecken und Kanten haben, man denke nur an „Manche mögen’s heiß“. Gerade bei Melanie war mir wichtig, dass sie nicht nur die Ängstliche oder nur die Heldin ist, sondern viele Seiten hat: Sie ist überdreht, pessimistisch und manchmal quengelig. Und am Ende behält sie in den meisten Punkten recht. Wer das zu viel findet: völlig okay, Geschmackssache. Auch wenn mir manchmal auffällt, dass vielschichtige Frauenfiguren erstaunlich schnell als „nervig“ gelten.

Ich habe die zwei sehr ins Herz geschlossen und hoffe, mir fällt bald etwas ein, wie ich sie noch einmal in einen Insel-Krimi stecken kann… vielleicht habe ich da schon die ein oder andere Idee.

Da tatsächlich die Pointen im Vordergrund stehen, kommt diesmal die Spannung etwas kürzer.

Humor ist natürlich Geschmackssache, nicht jeder lacht über dieselben Witze. Dass die Folge eher heiter daherkommt, schreckt manche vielleicht ab, anderen gefällt es dafür umso mehr.

Und dann gibt es noch die zweite Ebene: eine (kürzere) Parallelhandlung um ein entführtes Mädchen. Das ist ein harter Bruch zu den Szenen mit dem Pärchen. Pointierte Dialoge auf der einen Seite, ein Entführungsfall auf der anderen. Ob diese Kombination für euch funktioniert, müsst ihr selbst entscheiden.

Ich jedenfalls hatte beim Hören richtig viel Freude und musste ein paar Mal laut lachen. Das liegt natürlich vor allem an den wunderbaren Sprecherinnen und Sprechern: Nana Spier, Roman Wolko, Tobias Kluckert, Heike Schrötter, Alexandra Doerk, Uve Teschner, Rieke Werner, Tom Raczko, Matthias Heyl, Lutz Mackensy, Julian Tennstedt und Patrick Grigutsch.

Wem kann ich die Folge also empfehlen? Allen, die meinen Humor teilen und kein Problem damit haben, wenn es zwischendurch auch mal ernst wird. Und allen, denen lustige Dialoge wichtiger sind als knallharte Spannung.

Viel Spaß beim Hören! Ich freue mich auf eure Rückmeldung.

PS: Nächste Woche erscheint Horror Tales 18, für alle, denen das hier zu locker war. 😉

 

LG

Tobi


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