Küsten-Krimi - 27: „Sterbenswort“
- Tobi Jawtusch
- 27. März
- 3 Min. Lesezeit
Hallo zusammen,
diese Woche geht es um den Küsten-Krimi 27: „Sterbenswort“ – meinen ersten Küsten-Krimi!
Wie immer, wenn ich die erste Folge für eine bereits bekannte und erfolgreiche Reihe schreibe, bin ich ein bisschen aufgeregt. Wie kommt meine Folge bei den Fans der Reihe an? Gefällt sie ihnen? Trifft sie den Kern der Reihe?
Als ich mir den Pitch für die Folge „Sterbenswort“ (Arbeitstitel: „Tod in Warnemünde“ – zum Glück hat Christoph Piasecki das geändert 😉) überlegt habe, bin ich wieder auf ein klitzekleines Problemchen gestoßen, das ich schon vom Insel-Krimi kenne: Ich komme nicht aus dem Norden, sondern aus dem Rheinland. Wie kann ich also den Norden, die Küste und die Eigenarten der Region glaubhaft beschreiben, wenn ich dort gar nicht lebe? Dann fiel mir ein: Ich habe ja Verwandte, die in Rostock leben bzw. lebten. Als Kind war ich dort öfter zu Besuch. Und später auch noch mal während meiner Studienzeit. Also habe ich in mich hineingehorcht und mich gefragt: Wie war es dort? Was ist mir besonders in Erinnerung geblieben? Was macht die Stadt aus? So kam schließlich auch der Handlungsort zustande. Kurz darauf stieß ich zufällig auf einen Artikel über die „Tessiner Buchmesse“, eine kleine Buchmesse, die, soweit ich weiß, erst ein- oder zweimal stattgefunden hat. Und dann machte es Klick: Ein Autor besucht eine Buchmesse … und dann passiert ein schreckliches Ereignis. Die Polizei beginnt zu ermitteln.
Kurz bevor ich mich ans Dialogbuch gesetzt habe, wurde allerdings dieses unsägliche Sylt-Video veröffentlicht, in dem junge Leute, offensichtlich betrunken, zu einem bekannten Lied einen neu gedichteten Text grölten. Das sollte wohl witzig sein. Mich hat es schockiert. Und beschäftigt.
Und meine Gedanken dazu haben dann Einfluss auf die Geschichte genommen, vor allem auf die Figuren (natürlich mit Augenzwinkern und Humor, aber sicher auch mit einer gewissen Bitterkeit). Und das ist, finde ich, auch völlig okay. In politisch aufgewühlten Zeiten wie diesen immer komplett neutral zu bleiben und Politik völlig außen vor zu lassen, ist schwierig … besonders für jemanden wie mich, der ein paar Jahre Politik studiert hat.
Als mir klar wurde, dass die Geschichte eine etwas politischere Note bekommt, habe ich die Buchmesse im Hörspiel dann bewusst fiktionalisiert.
Ein Punkt, den ich am Dialogbuch übrigens besonders hervorheben möchte, ist der Genrewechsel innerhalb der Geschichte: Die Folge beginnt zunächst wie ein klassischer Whodunit – viele Verdächtige, ein mögliches Opfer. Doch dann geschieht die Tat: wir (also die Zuhörerinnen und Zuhörer) wissen, wer sie begangen hat, weil wir live dabei waren. In der zweiten Hälfte des Hörspiels geht es also weniger um das WER, sondern vielmehr um die Frage: Wird der Täter oder die Täterin enttarnt?
Die Sprecherinnen und Sprecher machen dabei einen großartigen Job. Und jetzt gerate ich kurz ein bisschen ins Schwärmen: Ich bin mit der Stimme von Till Hagen aufgewachsen – ich sage nur: Tierwärter Karl. Dass er nun in einem meiner Hörspiele mitspricht, ist für mich wirklich eine große Ehre. Mit seiner Stimme drückt er dem Hörspiel sofort seinen ganz eigenen Stempel auf. Allein der erste Satz des Hörspiels – so, wie Till Hagen ihn spricht und betont – ist für mich schon ein echter Gänsehautmoment, der alle auf das Kommende vorbereitet.
Auch Musik und Geräusche sorgen, wie ich finde, für ein sehr schönes nordisches Flair.
Wer also Hörspiele mit einer kleinen politischen Note, etwas Humor, Rostock-Atmosphäre und psychologischer Spannung mag, dem kann ich diese Folge sehr ans Herz legen.
Viel Spaß beim Hören!
Liebe Grüße,
Tobi



